Am Dienstag, 29.09.2026, wurden die Einsatzabteilung Alverdissen und im weitern Verlauf der ABC-Zug Lippe Süd/Ost zu einer gemeinsamen Alarmübung in das Industriegebiet Alverdissen alarmiert.
Das angenommene Einsatzszenario: Nach einem ruckartigen Bremsmanöver auf einem Betriebsgelände war eine unzureichend gesicherte Ladung auf dem Anhänger eines Lkw umgekippt. Als der Fahrer anschließend die Ladung kontrollieren und die Tür des Laderaums öffnen wollte, lief eine unbekannte gelbe Flüssigkeit über seinen Körper. Der Fahrer lag verletzt hinter dem Anhänger auf dem Boden. Er war ansprechbar, klagte jedoch über starke Schmerzen in den betroffenen Bereichen. Gleichzeitig trat weiterhin Flüssigkeit aus dem Fahrzeug aus und drohte, in die Kanalisation zu gelangen. Zusätzlich war aus dem Laderaum ein weißlich-gelber Nebel sichtbar.
Da zunächst nicht bekannt war, um welchen Stoff es sich handelte und welche Gefahren von diesem ausgingen, bestand die erste Aufgabe der Einsatzkräfte darin, die Gefahrenlage zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Die Einsatzstelle wurde großräumig abgesperrt und für die weiteren Arbeiten ausgeleuchtet. Ein Trupp unter Atemschutz rettete den verletzten Fahrer aus dem Gefahrenbereich. Anschließend wurde er durch die Einsatzkräfte einer Not-Dekontamination unterzogen, um ihn grob von den Chemikalien zu befreien, bevor die Übergabe an den Rettungsdienst erfolgte.
Parallel stellten die Einsatzkräfte den Brandschutz sicher und bereiteten die Einsatzstelle auf das Eintreffen des alarmierten ABC-Zuges Lippe Süd/Ost vor. Nach dessen Eintreffen ging ein Trupp unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) zur weiteren Erkundung vor. Dabei stellte sich heraus, dass aus einem 200-Liter-Fass Salpetersäure (UN 2031) austrat. Mit den nun vorliegenden Stoffinformationen konnten die von dem Stoff ausgehenden Gefahren genauer eingeschätzt und die weiteren Maßnahmen entsprechend angepasst werden. Ziel war es anschließend, die Leckage am beschädigten Fass zügig abzudichten und eine weitere Ausbreitung des Gefahrstoffes zu verhindern.
Solche Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Sie dienen dem Erhalt und der Vertiefung vorhandener Qualifikationen und fördern gleichzeitig die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte und Einheiten. Die Feuerwehr Barntrup bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bei dieser gemeinsamen Übung.