Gefahren beim Grillen - Feuerwehr Barntrup gibt Tipps zum sicheren Grillen

Robert Bernhagen (links) und Jörg Mengedoth (rechts) geben Tipps zum sicheren Grillen.Kaum klettern die Temperaturen am Thermometer nach oben, beginnt wieder eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen - Die Grillsaison.

Doch Fehler beim Anzünden, dem Betreiben eines Grills oder aber purer Leichtsinn können sich „brandheiß“ oder sogar lebensgefährlich auswirken. Im Extremfall kann es sogar zu einem tödlichen Unfall kommen sagt Robert Bernhagen, Brandschutzerzieher der Barntruper Feuerwehr.
Kinder sind besonders gefährdet, weil sie die Gefahren nicht einschätzen können. Verdeutlichen kann man sich die Gefahren daran, dass die aus dem Grill lodernden Flammen ca. 800 Grad Celsius, die Glut und das Rost ca. 500 Grad Celsius und das Gehäuse eines Metallgrills noch ca. 400 Grad Celsius Temperatur haben, erläutert Bernhagen weiter.

 

Daher rät die Feuerwehr Barntrup, einige wichtige Ausführungen zu beachten:

 

Was sind die häufigsten Unfall- und Schadensursachen?

  • Stichflammenbildung beim An- oder Nachzünden durch explosionsartige Entzündung von gefährlichen brennbaren Flüssigkeiten, wie z.B. Benzin, Spiritus oder Petroleum
  • Unüberlegte und gedankenlose Aufstellung des Grills, z.B. ohne Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien
  • Funkenflug durch Wind oder künstliche Luftzufuhr, z.B. durch einen Fön

 

Daher immer:

  • Grill auf Stabilität und festen Zusammenbau prüfen.
  • Grill auf festen und ebenen Untergrund im Freien stellen.
  • Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien halten. Den Grill nicht neben Gartenmöbeln, Holzwänden oder trocknen Gartenabfällen, wie z.B. Laub aufstellen.
  • Geeigneten Grillplatz suchen. Den Grill nicht im Wald, im Zelt, in Gartenlauben, auf Holzfußböden oder Balkon aufstellen. Windrichtung beachten (Funkenflug, Rauchentwicklung)
  • Niemals Benzin, Spiritus, Petroleum oder andere leicht brennbare Flüssigkeiten zum Anzünden des Grills verwenden oder in die Glut schütten. Die explosionsartige Stichflammenbildung kann enorme Ausmaße annehmen und schwerste Verbrennungen verursachen. Werden brennbare Flüssigkeiten aus einer Flasche in den Grill gespritzt, besteht besondere Gefahr. Bei den häufig vorkommenden Rückzündungen wird dann auch noch der Flascheninhalt explosionsartig entzündet.
  • Nur ungefährliche und sicherheitsgeprüfte Grillanzünder verwenden. Gut geeignet und überall erhältlich sind z.B. Grillanzünder aus Trockenspiritus, Anzündgel, Zündwürfel usw.
  • Grill nie unbeaufsichtigt lassen. Besondere Vorsicht ist bei starkem Wind oder beispielsweise herum laufenden Hunden erforderlich. Ansonsten kann sich ein noch so kleines Grillfeuer schnell ausweiten und die Glut danebenstehende Personen treffen.
  • Löschmittel bereithalten. Einen Eimer Wasser, Sand oder einen Feuerlöscher bereithalten. Selbst ein bereitgelegter Gartenschlauch kann im Notfall nützliche Hilfe sein. Aber Achtung: Brennendes Fett nicht mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Besonders Auf Kinder achten. Immer Kinder im Blickfeld haben, denn sie sind neugierig und kennen die Gefahren nicht. Der Grillbereich ist kein Spielbereich ! Dies wird besonders dann häufig vergessen, wenn in geselliger Runde Alkohol mit von der Partie ist. Die Erwachsenen sollten den Kindern richtiges Verhalten beibringen, die Gefahr beim Grillen erklären und ihnen mit gutem Beispiel voran gehen.
  • Restglut und Asche erst nach völligem Erkalten entsorgen. So manche Mülltonne und mancher Komposthaufen ist schon in Flammen aufgegangen, weil dies nicht beachtet wurde.

Sollte sich dann doch, trotz größter Beachtung dieser Hinweise beim Grillen jemand Verbrennen, rät der Pressesprecher der Feuerwehr Barntrup Jörg Mengedoht zu den wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen bei Verbrennungen. Die Brandwunden schnellstmöglich unter fließendem Wasser kühlen und umgehend den Notarzt und Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 rufen. Auch bei kleineren Verbrennungen sollte ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere wenn ein Kind betroffen ist.